Effizientes Handball-Training: Vielseitige Übungen mit Bänken

Auf- und Umbau während einer Trainingseinheit kostet Zeit. Vor allem, wenn die Hilfsmittel Geräte aus dem Geräteraum sind. Daher soll in einer kleinen Serie aufgezeigt werden, wie mit einem Hilfsmittel gleich mehrere Übungen und somit große Teile der Trainingseinheit absolviert werden können.

Heute: Bänke

Eine Trainingseinheit mit Kastenteilen gibt es hier: Übungen mit Kastenteilen

Eine Trainingseinheit mit Matten gibt es hier: Übungen mit Matten

Passübungen auf der Bank im Handball Training

Aufstellung:

Es werden zwei Bänke (je nach Mannschaftsgröße mehr) mit Abstand parallel zueinander aufgestellt. Die Bänke sind umgedreht, die schmale Seite zeigt nach oben. Die Feldspieler positionieren sich auf der Bank, ein Paar steht sich jeweils gegenüber. Beide Seiten haben einen Ball.

Ablauf:

Beide Spieler stehen sich gegenüber, folgende Passübungen (u.v.m.) sind möglich:

  • Die Spieler stehen mit beiden Beinen auf der Bank und passen sich zu:
    • einen Ball von der rechten in die rechte Hand
    • einen Ball von der linken in die rechte Hand und umgekehrt
    • einen Ball von der linken in die linke Hand
    • einen Ball mit beiden Händen über dem Kopf
    • einen Ball mit beiden Händen von hinten zwischen den geöffneten Beinen durch
    • umgedreht, Rücken zu Rücken, einen Ball mit beiden Händen von vorne durch die Beine nach hinten
    • einen Ball mit dem Fuß zum Mitspieler

Coaching-Tipps:

Je nach Leistungsstand der Mannschaft sind die jeweiligen Übungen zur Erhöhung des Schwierigkeitsgrades auch mit zwei Bällen und/oder auf einem Bein auszuführen. Durch den Abstand der Bänke kann ebenfalls Einfluss auf die Übungsdurchführung genommen werden.

Koordination und Wurftraining mit Bänken

Aufstellung:

Eine Bank steht jeweils auf Rückraum Links und Rückraum Rechts, mit dem Ende bei 9m. Die Feldspieler stehen am Anfang der Bank mit jeweils einem Ball. Der Torwart steht im Tor. Diese Übung kann sowohl beim Einwerfen des Torhüters als auch zum Wurftraining mit Vorbelastung eingebracht werden.

Ablauf:

Die Bank kann je nach Leistungsstand mit der breiten oder mit der flachen Seite nach oben gestellt werden. Folgende Übungen (u.v.m.) sind möglich:

  • Der Spieler
    • läuft über die Bank
    • hüpft mit einem Bein oder beidbeinig über die Bank
    • stellt sich neben die Bank und hüpft schräg seitwärts über die Bank – mit einem Bein oder beidbeinig
    • rollt den Ball an der Bank entlang, legt seine Hände an die beiden Seiten der Bank, bewegt sich mit Hocksprüngen bis zum Ende und nimmt den Ball vor Eintritt in den 6m-Kreis wieder auf
    • läuft neben der Bank und dribbelt den Ball auf der Bank
    • läuft an der Außenseite mit Ball bis zur 9m-Linie, rückwärts zurück bis zum Anfang der Bank und auf der Innenseite wieder zur 9m-Linie
  • Abseits des Einwerfens des Torwarts sind auch Wettkämpfe möglich, wo die beiden Seiten mit den verschiedenen, oben genannten Übungen, gegeneinander antreten müssen. Der Trainer steht bei 7m und spielt dem schnelleren Spieler den Ball zu. Dieser darf mit Torwurf abschließen.

Coaching-Tipps:

Sollten die Übungen beim Einwerfen des Torwarts eingebracht werden, muss der Trainer darauf achten, dass dieses dennoch flüssig und ohne Unterbrechungen möglich ist. Dem Torwart soll es trotzdem gelingen, in den Rhythmus zu kommen.

Spielformen und Torabschluss im Handball Training mit Bänken

Aufstellung:

Auf dem Bild sind mehrere Übungen zusammengefasst. Sie sind anhand ihrer Farben zu erkennen und werden hier nun der Reihe nach beschrieben. Die grundsätzliche Aufstellung besteht darin, dass eine Bank auf Höhe von 9m parallel zum Tor aufgebaut wird. Die Feldspieler stehen hinter der Bank, jeder hat einen Ball. Ein Torwart steht im Tor.

Ablauf:

Schwarz:

Die Feldspieler stehen vor der Bank, ein Abwehrspieler steht hinter Bank in der Mitte.

Der Abwehrspieler bewegt sich zur einer der äußeren Seiten (hier: rechts) (1) und erhält den Ball vom Angreifer (2). Nach dem Pass läuft der Angreifer im Bogen in Richtung des anderen Ende der Bank (3) und erhält den Ball vom Abwehrspieler zurück (4). Nach dem Abspiel läuft der Abwehrspieler ebenfalls zum anderen Ende der Bank (5) und versucht, den Angreifer aufzuhalten.

Durch den Abstand der Angreifer zur Bank lassen sich unterschiedliche Situationen herbeiführen, da so gesteuert werden kann, wieviel Zeit dem Abwehrspieler bleibt.

Rot:

Die Feldspieler stehen vor der Bank und müssen vor dem Torwurf eine Aktion ausführen. Über die Bank springen; auf die Bank springen, abspringen, landen und mit kurzer Kontaktzeit erneut, zum Wurf, hochspringen; erst vorwärts und dann wieder rückwärts über die Bank springen, z.B. 5x.

Blau:

Die Feldspieler stehen vor der Bank, ein Abwehrspieler steht auf der Bank. Der Angreifer passt zum Spieler auf der Bank, erhält den Ball zurück und wirft gegen den als Block agierenden Abwehrspieler auf das Tor.

Grün:

Die Feldspieler stehen vor der Bank, ein Kreisläufer steht hinter der Bank bei 6m. Der Angreifer spielt den Ball unter der Bank durch (1), der Kreisläufer erläuft den Ball (2), dreht sich zum Tor (3) und schließt mit Torwurf ab. Für eine höhere Intensität sorgt ein zusätzlicher Abwehrspieler.

Grau:

Die Feldspieler stehen vor der Bank. In Spielgeschwindigkeit läuft der Angreifer mit Ball zu einer Außenseite der Bank (hier: links) (1), dann zur anderen Seite der Bank (2), wieder auf die andere Seite der Bank (3) und schließt mit Torwurf ab. Im Vorfeld wird die Laufart bestimmt, also z.B. nach vorne laufen, zur Seite Sidesteps. Anstatt des Torwurfes kann erweiternd auch ein 1:1 gegen einen Abwehrspieler absolviert werden. Mit zwei Bänken nebeneinander kann diese Übung auch als Wettkampf ausgetragen werden.

von Jens R. / Redaktion: Goetz&Media | Sport

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