Handball Vorbereitung: 3 effektive Wettkampfspiele für das Ausdauertraining

Aktuell ist in den meisten Ligen Pause, die Saison ist vorbei. Doch schon jetzt gilt es, sich mit der Vorbereitung auf die nächste Saison zu beschäftigen. Welche Trainingsschwerpunkte werden gesetzt, was soll die Ausrichtung der Mannschaft in der kommenden Spielzeit sein.

Unabhängig davon spielt das Thema konditionelle Grundlagen immer eine Rolle, sind diese doch eine Grundvoraussetzung, dass die Spieler über die 60 Minuten Spielzeit die Ideen und Vorgaben überhaupt umsetzen können. Daher wird in der Vorbereitung naturgemäß auch hier ein Schwerpunkt gesetzt, der in einer weiteren kleinen Serie über drei Artikel aufgegriffen werden soll.

Im ersten Artikel ging es um 4 effektive Übungen für die Ausdauer


Thema hier: Beispiele für Wettkampfspiele

Als Alternative zum eintönigen Linienlauf gibt es im Bereich der Wettkampfspiele unzählige Möglichkeiten. Hier werden drei davon beschrieben. In der Übung 2 und Übung 3 ist der Aufbau für eine Gruppe exemplarisch dargestellt und muss dann je nach Anzahl der Gruppen erweitert werden:

Handball Wettkampfspiele für die Ausdauer: Das Ketten-Sprintspiel

Aufstellung:
Die Spieler stellen sich in 3er-Gruppen an der Grundlinie auf. Je nach Leistungsstand steht in Hütchen als Markierung an der Mittellinie oder auf dem Weg zwischen Grundlinie und Mittellinie.

Ablauf:
Auf das Kommando des Trainers läuft Spieler Nummer 1 der jeweiligen Gruppe los und so schnell es geht um das Hütchen herum – zurück zur Grundlinie. Dort nimmt er Spieler Nummer 2 an die Hand und läuft mit ihm zusammen die Strecke um das Hütchen bis zur Grundlinie.

Dort angekommen nehmen beide nun noch Spieler Nummer 3 an die Hand und es geht erneut um das Hütchen bis zur Grundlinie zurück. Nun bleibt Spieler 1 an der Grundlinie und nur noch Spieler 2 und Spieler 3 absolvieren die Strecke. Bei der Grundlinie angekommen bleibt auch Spieler 2 im Ziel und nur noch Spieler 3 läuft die finale Runde. Erreicht Spieler 3 das Ziel hinter der Grundlinie ist für die Gruppe der Durchgang beendet. Die schnellste Gruppe gewinnt.

Coaching-Tipps:
Der Trainer gibt das Kommando und achtet darauf, dass die Spieler erst wirklich hinter der Grundlinie sich die Hände geben und los laufen. Die Anzahl der Spieler, der Abstand des Hütchens sowie die Anzahl der Durchgänge ist vom Leistungsstand der Mannschaft abhängig.

Ausdauertraining im Handball: Der Ball-Transport-Parcours

Aufstellung:
Der Aufbau wird hier exemplarisch dargestellt. Der Abstand zwischen den jeweiligen Stationen kann individuell gewählt werden, ebenso deren Anzahl und die Anzahl und Art der verwendeten Bälle. Die Größe der Gruppe ist dem Leistungsstand anzupassen, 3 oder 4 Spieler der Gruppe bieten eine gute Belastung für den Einzelnen.

Die Spieler stellen sich an einer Linie auf, hier die Mittellinie. Ein Hütchen markiert den Startpunkt. Neben dem Hütchen liegen vier Bälle, ein Ball je Station.

Die Stationen sind im Viereck angeordnet. Hier ist die erste Station ein Reifen, die zweite Station ein umgedrehter kleiner Kasten, die dritte Station ein Kastenteil und die vierte Station ein Hütchen. Alle Stationen können beispielsweise auch aus kleinen Kästen bestehen.

Hinter der Ziellinie ist ein Bereich aufgebaut, in dem der jeweilige Ball abgelegt werden muss.

Ablauf:
Ziel ist es, alle Bälle vom Startpunkt in den Bereich hinter der Ziellinie zu transportieren.

Variante 1:

Der erste Spieler nimmt einen der Bälle und legt diesen in den Reifen. Danach umrundet er alle anderen Stationen und klatscht den nächsten Spieler in der Reihe ab. Das ist das Startsignal zum loslaufen. Der zweite Spieler nimmt sich einen der übrigen Bälle und legt ihn an der zweiten Station in den Kasten. So geht es weiter, bis auf allen Stationen ein Ball liegt. Der Spieler, der dann an der Reihe ist, nimmt dann den Ball von Station 4 und bringt ihn in den Zielbereich. Danach kann der Ball von Station 3 auf die Station 4 gebracht werden, von Station 2 auf Station 3 und von Station 1 auf Station 2. Schließlich kann nun der Spieler, der nun die Stationen abläuft, den Ball von Station 4 in den Zielbereich bringen. Nun werden die Bälle wieder von einer Station zur nächsten transportiert.

Die Gruppe, die am Ende zuerst alle Bälle im Zielbereich hat, hat gewonnen.

Variante 2:

Es müssen zunächst alle vier Stationen mit Bällen besetzt sein. Sobald Station 4 frei ist, ist es egal, welcher Ball als nächstes auf Station 4 gelegt wird. Die Bälle müssen nicht zunächst von einer Station zur nächsten getragen werden, so dass auch eine Station übersprungen werden kann.

Variante 3:

Von Beginn an ist es egal, auf welcher Station der Ball abgelegt wird. Zudem muss der Ball, bevor er in den Zielbereich getragen wird, nur an einer Station geparkt worden sein. Danach kann er in den Zielbereich getragen werden.

Coaching-Tipps:

Es gibt noch weitere Varianten, die sich, je nach Gestaltung, auf den Umfang der Übung und damit die Intensität auswirken. Ebenso wie die Wahl der Bälle, hier ist ebenso alles denkbar, wie z.B. Handball, Medizinball, Gewichtsball, Tennisball, Gummiball, Fußball, Football, Flummi etc. Jeder Ball hat unterschiedliche Eigenschaften, wie Größe, Gewicht aber auch die mögliche Art des Ablegens.

Intervalltraining im Handball: Das kognitive Hütchen-Viereck

Aufstellung:

Es wird aus Hütchen ein Viereck gebildet. In der Mitte des Vierecks wird noch ein Hütchen postiert. Die Spieler stehen in einer Reihe an einem der äußeren Hütchen.

Ablauf:

Jeder Spieler hat den folgenden Laufweg:

  1. Vom Starthütchen zur Mitte, dort um das Hütchen rum.
  2. Von der Mitte zum zweiten Hütchen, um dieses Hütchen herum und zur Mitte zurück.
  3. Um das Hütchen in der Mitte herum, zum dritten Hütchen. Um dieses herum, danach wieder zur Mitte zurück.
  4. Um das Hütchen in der Mitte herum, zum vierten Hütchen. Um dieses herum, danach wieder zur Mitte zurück.
  5. Um das Hütchen in der Mitte herum, zurück zum Starthütchen. Mit dem nächsten Spieler in der Reihe abklatschen, der nun den Parcour abläuft.

Die Gruppe, die am schnellsten die Strecke absolviert hat, hat gewonnen.

Coaching Tipps:

Der Trainer gibt das Startkommando und achtet darauf, dass die Spieler ohne Berührungen um die Hütchen laufen. Je nach Leistungsstand kann der Abstand der Hütchen gewählt werden sowie die Anzahl der jeweiligen Durchgänge. Als mögliche Varianten können auch andere Laufstile entweder vollständig oder gemischt eingebracht werden, wie z.B. Rückwärts laufen, Sidesteps, Hüpfsprünge etc.

von Jens R. / Redaktion: Goetz&Media | Sport

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