Wurfübungen für Rückraum und Kreisspieler

Weitere Übungen zum positionsspezifischen Training gibt es hier:

Positionsspezifisches Wurftraining

Wurftraining für Außen


Übung 1 – Rückraum:

Aufstellung:

Der Rückraumspieler steht auf der Höhe der Mittellinie am Mittelkreis. Ein Torwart steht im Tor.

Es sind zwei Fahnen als Anlaufpunkte aufgestellt und als zusätzliche Übung eine Koordinationsleiter.

Ablauf:
Der Spieler läuft in Richtung der ersten Fahne, hier auf der rechten Seite (1). Er erhält den Ball vom Anspieler (2) und führt eine Passtäuschung zur rechten Hand durch (3). Danach spielt er den Ball zum zweiten Anspieler (4) und läuft nach (5). Danach erhält der Rückraumspieler den Ball zurück (6) und führt eine Wurftäuschung zur linken Hand durch (7). Er spielt den Ball zum dritten Anspieler (8) und läuft in Richtung der Koordinationsleiter (9). Nach dem Lauf durch die Koordinationsleiter (10) erhält der Spieler den Ball zurück und schließt mit Torwurf ab (11).

Coaching-Tipps:
Die Abstände der Fahnen sind je nach Leistungsstand zu wählen. Als Alternative zu den Anspielstationen könnte der Spieler die Laufwege auch prellend absolvieren. Der Trainer muss auf die Ausführung der Wurftäuschung achten, damit diese als ein Teil dieser Übung gesehen wird und der Spieler sie dynamisch und glaubwürdig ausführt. Der Arm sollte nach oben zur Passbewegung genommen werden und der Blick in die Richtung des Passes gehen. Im Anschluss erfolgt eine schnelle Bewegung zur Gegenseite, die entweder mit dem Pass zum Anspieler und einer Beschleunigung oder mit dem Beginn des Prellens und der Geschwindigkeitsaufnahme endet.

Die Koordinationsleiter ist hier nur ein Beispiel und lässt sich durch jegliche koordinative Übung ersetzen. Damit läuft der Spieler nicht einfach auf das Tor, sondern muss sich zunächst auf die Vorübung konzentrieren. Um dann am Ende und nach Erhalt des Balles die Konzentration auf den Torwurf zu legen. Schrittfolgen für die Koordinationsleiter lassen sich leicht über die üblichen Suchmaschinen finden. Erste Beispiele gibt es auch hier: Integration der Koordinationsleiter in das Training.

Als Erweiterung kann auch ein Abwehrspieler integriert werden, der gegen den Rückraumspieler entweder einen Block stellt oder ein 1:1 fordert.

Übung 2 – Rückraum:

Aufstellung:
Ein Rückraumspieler steht auf Rückraum Links. Es sind insgesamt fünf Stationen zu absolvieren (hier in unterschiedlichen Farben dargestellt). Ein Anspieler steht mit einer Ballkiste an der Mittellinie. Auf der Mitte ist eine Konstruktion aufgebaut, hier aus Fahnenstangen, wo der Spieler sowohl drüber als auch drunter her werfen sollen könnte. Zwei Abwehrspieler stehen jeweils auf Hinten Links und Hinten Rechts.

Ablauf:

Der Anspieler spielt den Ball zum Rückraumspieler (1), welcher als erste Aktion eine 1:1 Übung (2) gegen den heraustretenden Abwehrspieler (3) durchführt. Nach erfolgreichem Durchbruch schließt der Spieler mit Torwurf ab (4).

Im Anschluss läuft er im Bogen wieder auf die Ausgangsposition (5) und erhält einen neuen Ball vom Anspieler (6). Der Abwehrspieler bringt sich in Position (7) und nach einer Körpertäuschung (8) wirft der Rückraumspieler gegen den defensiven Block.

Als dritte und vierte Aktion folgen Schlagwürfe von der Position Rückraum Mitte. Dazu läuft er zunächst im Bogen in Richtung Anspieler (10), erhält den Ball (11) und vollzieht einen tiefen Schlagwurf (12). Danach läuft er erneut in Richtung Mittellinie (13), erhält den Ball vom Anspieler (14) und schließt mit einem normalen Schlagwurf ab (15).

Die letzten beiden Aufgaben finden auf der rechten Seite statt und sind analog zu den ersten beiden. Der Rückraumspieler läuft in einem Bogen auf die Position Rückraum Rechts (17) während der Anspieler mit zwei Bällen ebenfalls die Position wechselt (18). Der Spieler läuft zunächst um das erste Hütchen (19), dann parallel zur Außenlinie zum zweiten Hütchen (20) und in einem Bogen in Richtung Mitte (21). Der Ball wird vom Anspieler gepasst (22) und nun zunächst nach der Körpertäuschung (23) der Wurf gegen einen defensiven Abwehrspieler ausgeführt (24).

Ein letztes Mal geht es zur vorherigen Position zurück (25), der Abwehrspieler orientiert sich entsprechend (26) und der Anspieler spielt den Ball in den Lauf (27). Als letzte Aktion führt der Rückraumspieler nun noch ein 1:1 (28) gegen den heraustretenden Abwehrspieler (29) aus und schließt mit Torwurf ab (30)

Coaching-Tipps:

Die Übung ist in ihrer Intensität falls notwendig dem Leistungsstand anzupassen. Das 1:1 am Ende soll aber möglichst beibehalten werden, so dass der Rückraumspieler nach der Vorbelastung zum Abschluss noch einmal in den direkten Körperkontakt kommt. Die Wurfvarianten auf der Rückraum Mitte sind variabel zu gestalten und anhand der Stärken oder auch Schwächen des Rückraumspielers auszulegen.

Übung 3 – 5 – Kreis:

Aufstellung:

Die Übungen für den Kreisspieler sind in einem Bild zusammengefasst und durch unterschiedliche Farben gekennzeichnet.

Die Aufstellungen ähneln sich. Der Kreisläufer steht am Kreis, zwei Abwehrspieler befinden sich jeweils links und rechts von ihm. Bei den ersten beiden Übungen steht der Kreisläufer mit Blick zum Tor, bei Übung 3 mit dem Rücken zum Tor. Je nach Übung steht jeweils ein Anspieler mit einer Ballkiste bereit. Ein Torwart steht im Tor.

Ablauf:

Übung 3 (schwarz)

Der Kreisläufer steht mit Blick zum Tor, zwei Abwehrspieler bei ihm (hier auf der Position Hinten Rechts). Ein Anspieler auf Rechts Außen.

Der Anspieler spielt den Kreisläufer an, der sich gegen die Abwehrspieler durchsetzen.

Übung 4 (rot)

Der Kreisläufer steht mit Blick zum Tor, zwei Abwehrspieler bei ihm (hier auf der Position Kreis Mitte). Ein Anspieler neben dem Tor.

Der Anspieler rollt oder tippt den Ball in Richtung Kreisspieler, der den Ball aufnehmen und sich dabei gegen die Abwehrspieler durchsetzen muss.

Übung 5 (grün)

Der Kreisläufer steht mit Blick zum Tor, zwei Abwehrspieler bei ihm (hier auf der Position Hinten Links). Ein Anspieler steht auf Rückraum Rechts.

Der Anspieler spielt den Ball zum Kreisspieler. Wird der Ball in seine rechte Hand gespielt (1), soll er sich zu seiner rechten Seite um den Abwehrspieler herum durchsetzen (2) und umgekehrt.

Coaching Tipps:

Übung 3 (schwarz): Der Pass muss präzise kommen und der Trainer kann vorgeben, ob dieser z.B. auf die Brust oder den ausgestreckten Arm gespielt werden soll. Ebenso kann, wie bei allen Übungen, die Intensität der Abwehrspieler bestimmt werden. Der Kreisläufer muss sich vor den Abwehrspielern positionieren und den Körper nach vorne bringen, so dass die Abwehrspieler den Ball nicht abfangen können. Als Variante zum einfachen Pass könnte RA zum Torwurf springen und dann zum Kreisspieler passen.

Übung 4 (rot): Falls notwendig darf der Kreisläufer den Ball aus dem Kreis aufnehmen. Zunächst geht es darum, dass der Kreisläufer den Zweikampf gegen die Abwehr gewinnt.

Übung 5 (grün): Um die Intensität zu erhöhen, kann der Kreisläufer eine Vorübung absolvieren, z.B. in dem er eine Acht um die Abwehrspieler läuft oder mehrere Sprints zwischen 6- und 9m absolviert o.ä.

von Jens R. / Redaktion: Goetz&Media | Sport

Related Posts