Die Pause über die Weihnachtstage ist vorbei, das Training im neuen Jahr beginnt. Wie nach jeder kürzeren oder längeren Pause bleibt die spannende Frage des konditionellen IST-Zustandes der Mannschaft. Daher werden hier drei Übungen vorgestellt, die eine erste Auflösung zu dieser Frage bieten, aber gleichzeitig auch unabhängig vom Zeitpunkt in das jeweilige Training mit eingebunden werden können. Dabei geht es hier nicht um die Grundlagenausdauer, sondern um spielspezifische Antritte und Ausführungen, die kurz, schnell und in einer hohen Frequenz absolviert werden sollen.
Antritts- und Richtungswechsel trainieren
Aufstellung:
Die Feldspieler stellen sich in einer Ecke des Spielfeldes auf. Über das Feld hinweg sind Hütchen verteilt, welche die zu erlaufenden Abstände markieren sollen. In der Graphik stehen die Hütchen ca. in einem Abstand von 10m.

Ablauf:
Die Feldspieler starten zunächst im Zik-Zak-Lauf Vorwärts zur 9m-Linie, Rückwärts zur 6m-Linie, wieder Vorwärts zur 9m-Linie usw. (1) bis zur anderen Außenecke des Spielfeldes (2). Danach wird das erste Hütchen angelaufen (3), das zweite Hütchen (4), das dritte Hütchen (5) und schließlich das vierte Hütchen (6). Das Tempo soll dabei von Hütchen zu Hütchen gesteigert werden. Nach dem letzten Hütchen startet die Gruppe aus der Außenecke auf dieser Seite.
Coaching-Tipps:
Die Steigerung der Geschwindigkeit zwischen den Hütchen muss der Trainer je nach Leistungsstand vorgeben und kann natürlich bis zur maximalen Geschwindigkeit (auch schon zwischen den vorletzten Hütchen) gesteigert werden.
Der Zik-Zak Lauf ist individuell gestaltbar:
- mit beschriebenem Vorwärts-Rückwärts Lauf
- nur Vorwärts-Lauf oder nur Rückwärts-Lauf
- mit Sidesteps
- mit kurzer Temposteigerung beim Vorwärts-Laufen und langsamen Zurück-Laufen
- mit Vorwärts-Sprüngen und Rückwärts Laufen etc.
Es ist darauf zu achten, dass genug Abstand zwischen den Spielern gehalten wird, so dass jeder die Möglichkeit hat, zwischen den Hütchen auf sein individuelles Lauftempo zu beschleunigen.
Ausdauer und Konzentration im Wettkampf
Aufstellung:
Die Mannschaft wird in zwei Gruppen aufgeteilt und stellt sich an der Grundlinie auf. Es wird ein Memory-Spiel, ein Puzzle o.ä. benötigt, welches an der Mittellinie ausgebreitet wird.

Ablauf:
Jede Mannschaft hat die folgende Aufgabe: Ein Spieler läuft zur Mittellinie (1), holt sich einen Spielstein (2) und läuft in die Abgabezone (3). Ist die Aufgabe erledigt, startet der nächste Spieler.
Bei Memory könnte es z.B. so sein, dass der erste Spieler zunächst die eine Karte, der zweite Spieler schließlich das passende Gegenstück zurückbringen muss.
Beim Puzzle muss die jeweilige Mannschaft gemeinschaftlich ein Puzzle lösen. Der nächste Spieler darf erst loslaufen, wenn das Puzzlestück richtig eingesetzt wurde.
Weitere Möglichkeiten:
Aus Legosteinen einen Turm bauen, bestehend z.B. aus vier verschiedenen Farben – so dass an der Mittellinie die richtige Farbe ausgewählt werden muss.
Es werden Zahlen an der Mittellinie ausgelegt, die eine Mannschaft darf nur die geraden, die andere Mannschaft die ungeraden ausgelegt. Oder es muss eine Reihe gelegt werden, z.B. von 1-10.
Coaching-Tipps:
Die Varianten, welche Aufgaben die Spieler lösen können, sind unzählig. Es kann eine rein konditionelle Aufgabe sein, wo die Spieler vermeintlich nicht viel nachdenken müssen (z.B. nur Bälle von der Mittellinie in einen Kasten tragen) oder schließlich auch einen kognitiven Anteil besitzen (z.B. eine Rechenaufgabe, eine Logikaufgabe oder eine Gedächtnis-Aufgabe). Womit die Spieler bei anhaltender Dauer des Wettkampfes und der vermeintlich auftretenden Müdigkeit doppelt gefordert werden.
Der Trainer muss die Gruppengröße beachten, so dass mit einer sinnvollen Anzahl an Spielern gespielt und die Pause für den einzelnen Spieler nicht zu groß wird, um die Belastung hochzuhalten.
Schnelligkeit und Reaktionsfähigkeit mit Ball
Aufstellung:
Es werden Pärchen gebildet. Ein Spieler steht auf der Grundlinie, der andere Spieler startet mit Ball ab der Hälfte des Spielfeldes. Die jeweiligen Pärchen können sich in einer Hallenhälfte nebeneinander aufstellen.

Ablauf:
Der hier skizzierte Ablauf zeigt ein Pärchen. Die jeweiligen Schritte werden paarweise ausgeführt und sind hier aufgrund der besseren Übersicht untereinander dargestellt. Alle Paare würden diesen hier aufgezeigten Ablauf ausführen:
Das Paar befindet sich in der Aufstellung. Beim Startzeichen passt der ballhaltende Spieler (rot) den Ball zu seinem Mitspieler auf der Grundlinie (weiß) (1).
Der Passgeber (rot) läuft dem Ball direkt im Anschluss nach (2) und berührt den Ball in der Hand seines Mitspielers (weiß) (3).
Danach dreht er (rot) sich um (4), während der ballbesitzende Spieler (weiß) im Bogen einen Pass in Richtung gegenüber liegender Grundlinie spielt (5). Der laufende Spieler (rot) muss den Ball erlaufen (6).
Hat der Spieler (rot) den Ball erlaufen, dreht er sich an dieser Stelle um (7) und passt den Ball wieder zu seinem Mitspieler auf der Grundlinie (weiß).
Der Ablauf beginnt von vorne.
Coaching-Tipps:
Der Trainer bestimmt die Länge der Übung für den laufenden Spieler je nach Leistungsstand, z.B. 10 Pässe oder 60 Sekunden etc. Er kann z.B. auch die Vorgabe machen, dass der gepasste Ball nur ein Mal auf den Boden prellen darf, bevor der Spieler (hier; rot) ihn erlaufen muss. Der Läufer sollte die Übung in Spielgeschwindigkeit ausführen.
von Jens R. / Redaktion: Goetz&Media | Sport

